Luitpold-Bad

Luitpold-Bad in Bad Kissingen
Luitpold-Casino in Bad Kissingen

Es wurde als offener Dreiflügelbau errichtet, der hufeisenförmig das Kesselhaus für die Heizung umschloss. Die zunächst offene Nordseite wurde 1880 mit dem Luitpold-Casino geschlossen. In den 100 Meter langen Seitenflügeln waren 236 Badekabinen untergebracht.

Obwohl sich mit dem Aktienbad der Mut zum Risiko bezahlt machte, verkauften die Bürger 1889 alles an die Krone. 1905 erhielt der Komplex den Namen Luitpold-Bad, nach dem Prinzregenten Luitpold, der viel für Bad Kissingen tat. Das Badehaus wurde weiter ausgebaut, die Seitenflügel aufgestockt und der Südtrakt im Stil des Neobarock erweitert. Barocke Hauben schmücken seitdem die Pavillons. Das Licht des Besonderen fällt vor allem auf die Rundbogenfenster mit ihren phantasievollen Jugendstil-Glasmalereien.

Das Luitpold-Bad liegt in einem vom Straßenlärm abgeschirmten 120.000 qm großen Park. Dieser erinnert mit seinem alten Baumbestand, dem gepflegten Rasen und den Wasserspielen an englische Gärten. Weit über 100 Jahre alt sind manche Bäume in diesem Park, in dem sich 1833 der spätere Prinzregent Luitpold als Zwölfjähriger an einem Schießstand vergnügte.

Glück war mit im Spiel, dass König Max II. von Bayern zum Freund von Kissingen wurde, aber fürs Glücksspiel hatte er nichts übrig. Doch nicht deshalb kehrt er auf seinem Denkmal dem Luitpold-Casino den Rücken. Das ist Zufall. Denn das 1869 errichtete Standbild kam erst Anfang des 20. Jahrhunderts vor das Casino. Damals gab es noch keine Spielbank. Das um 1800 eingeführte Hasardspiel hatte 1849 ausgerechnet Max II. verboten. Er entsprach damit dem Wunsch vieler Kissinger Bürger, die eine "sittliche und moralische Gefährdung vieler Kreise" befürchteten. Vielen war dies aber gar nicht recht, dann so mancher Kurgast mied daraufhin Kissingen und suchte einen Badeort auf, in dem er seiner Leidenschaft frönen konnte. Die russischen Adeligen jedoch kamen nicht nur, aber auch deshalb so gern nach Kissingen, weil es hier kein Glücksspiel gab, das sie offiziell ablehnten.

106 Jahre sollte es dauern, bis es in Bad Kissingen wieder "Rien ne va plus" hieß. Erst 1955 gab es eine Spielbank-Konzession, seit 1968 rollen die Elfenbeinkugeln im Luitpold-Casino. Der Mittelpavillon wurde 1880 dem Luitpold-Bad vorgelagert. Seit 1961 ist der Freistaat Bayern Betreiber und unbestritten auch Hauptgewinner. Das Roulette war in Bad Kissingen schon Anfang des 19. Jahrhunderts beliebt. Ein alter Roulette-Kessel im Foyer der Spielbank legt davon Zeugnis ab. Er stammt aus der Zeit um 1830.
 

Teilen: