24.10.2018

von B° RB

Sylvie Thormann

Sylvie Thormann ist 100 Tage im Amt. Kurdirektorin und Geschäftsführerin der Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH im Gespräch

Kurdirektorin und Geschäftsführerin Sylvie Thormann

Seit dem 15. Juli 2018 ist Sylvie Thormann Kurdirektorin und Geschäftsführerin der Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH. Am 22. Oktober ist sie seit 100 Tagen im Amt: Der perfekte Zeitpunkt, um über ihre ersten Eindrücke sowie zukünftige Pläne zu sprechen.

Frau Thormann, wie geht es Ihnen nach 100 Tagen als Kurdirektorin und Geschäftsführerin der Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH?

Mir geht es hier bestens. Ich bin in Bad Kissingen sehr gut angekommen. Hinter mir liegt eine aufregende und temporeiche Zeit, in der ich ganz viele interessante Menschen kennenlernen durfte und viele neue Eindrücke gewonnen habe. Ich bin mir sicher, dass es noch vieles zu entdecken gibt.

Was hat sich für Sie seit dem Beginn hier in Bad Kissingen für Sie geändert? Zu Beginn Ihrer Amtszeit haben Sie sich ja vor allem auf die hohe Lebensqualität in Bad Kissingen gefreut.

Ich genieße diese hohe Lebensqualität sehr. Wir wohnen recht zentral, wodurch ich vieles zu Fuß erledigen und morgens das Auto stehen lassen kann. Vor allem begeistert mich die beruhigende Atmosphäre morgens: Wenn ich auf dem Weg zur Arbeit durch den Kurgarten laufe, die Gärtner in der morgendlichen Stille ihrer Arbeit nachgehen und den Garten für den Tag und die Gäste vorbereiten, merke ich immer wieder, was für ein Privileg es ist, in einem solchen Ambiente arbeiten zu dürfen. Ich genieße das sehr.

Was ist hier anders als in Bad Driburg?

Das kulturelle Angebot ist in Bad Kissingen sehr herausragend und besonders. Zum einen sind hier historische Bauten in einer hohen Dichte und Qualität vorhanden, die ich so aus Bad Driburg nicht kannte. Zum anderen sind die Räumlichkeiten, die für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt werden können, sehr prachtvoll. Diese bieten die geeignete Grundlage für die hohe Dichte an Veranstaltungen mit hochkarätigen Künstlern.

Ein weiterer Unterschied ist die Größe des Teams. Während ich in Bad Driburg mit einem kleinen Team zusammengearbeitet habe, sind hier meine direkten Ansprechpartner die Abteilungsleiter, die Aufgaben und Informationen an ihre jeweiligen Teams weitergeben. Natürlich ist es dann eine Herausforderung, mit möglichst vielen Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Dafür habe ich an vielen Teammeetings der unterschiedlichen Abteilungen teilgenommen und Führungen durch die Abteilungen erhalten. Ich werde hier sehr gut unterstützt.

Konnten Sie sich einen Überblick über das gesamte Aufgabenfeld der Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH machen?

Durch den eben angesprochenen engen Kontakt mit den Abteilungsleitern und der Teilnahme an den Teammeetings habe ich einen guten Überblick über das Aufgabengebiet bekommen. Aber es wird bestimmt noch einige Zeit dauern, bis ich das gesamte Tätigkeitsfeld der Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH kenne. Beispielsweise dauert es bei den Veranstaltungen ein komplettes Jahr, bis ich hier jede größere Veranstaltung einmal miterleben konnte. Außerdem gibt es täglich so viele kleine Details und neue Themen, die vorher noch nicht angesprochen wurden.

Was sind Ihre persönlichen Highlights der vergangenen 100 Tage?

Das größte persönliche Highlight war definitiv das Rakoczy-Fest. Im Vorfeld wurde mir bereits viel von der Veranstaltung berichtet, trotzdem war ich vor Ort von dem großen Engagement der zahlreichen Beteiligten und dem gesamten Programm überwältigt. Man merkt einfach, dass viele Beteiligte bereits über Jahrzehnte mit Überzeugung und Herzblut mit dabei sind. Alle tragen zum Gelingen und zur Sicherheit des Festes bei. Sie machen das Wochenende zu dem Besonderen, was ich dort erlebt habe.

Was ist das Besondere für Sie an Bad Kissingen?

Das kann ich gar nicht an einer Sache festmachen. Von Anfang an habe ich gemerkt, dass es für mich und meine Familie hier in Bad Kissingen passt. Wir haben uns hier sehr schnell wohl und auch zuhause gefühlt. Es sind viele kleine Faktoren, wie beispielsweise besondere Orte und Begegnungen, die das Gesamtbild ausmachen. In Köln singen die Höhner ja ‚Kölle du bes es jeföhl‘ - genau dieses Gefühl habe ich hier in Bad Kissingen.

Sie haben in den letzten Wochen ja auch viele Veranstaltungen besucht. Hängt das auch mit dem beschriebenen Gefühl zusammen?

Ich bin von Natur aus ein positiv, neugieriger Mensch, weswegen es mir wichtig ist, dass ich die ein oder andere Veranstaltung besuche. Ich empfinde das als angenehmen Nebeneffekt und nicht als Pflicht meiner Arbeit. Da meine Familie und ich hier leben, ist es mir wichtig, nicht nur als Kurdirektorin, sondern auch als Bürgerin an vielen öffentlichen Anlässen teilzunehmen, bei denen man gar nicht unterscheiden kann und muss, ob das beruflich oder privat ist. Mir geht es darum, gemeinsam mit anderen Bürgerinnen und Bürgern Kontakt zu haben, die ich nicht beruflich treffe. Damit will ich zeigen, dass ich auch nur ein ganz normaler Mensch bin und man mich ansprechen kann.

Die erste Zeit wollten Sie zum Kontaktaufbau mit Gastgebern, Geschäften, Gastronomie sowie anderen Leistungsträgern nutzen. Was ist Ihr erster Eindruck?

Ich wurde überall offen und freundlich empfangen. Es ist ganz verständlich, dass Wünsche und Vorstellungen geäußert werden, die bisher aus verschiedenen Gründen nicht auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Oftmals wird auch über die Vergangenheit berichtet, wodurch ich einen Eindruck bekomme, warum bestimmte Entscheidungen getroffen wurden. Aber ich möchte den Blick eher in die Zukunft und auf das Positive, das Bad Kissingen zu bieten hat, richten.

Bei den Leistungsträgern ist ein breitgefächertes Angebot vorhanden. Die Beherbergungsbetriebe, von Hotels über Pensionen bis hin zu Ferienwohnungen, besuche ich während meiner Arbeitszeit. In meiner Freizeit versuche ich dann, die Geschäfte und die Gastronomie kennenzulernen. Mir ist wichtig, möglichst viel gesehen zu haben, weil es als touristischer Dienstleister und Ansprechpartner für Gäste oder Leistungsträger wichtig ist, das örtliche Angebot zu kennen und beide Seiten informieren und vertreten zu können.

Welche zukünftigen Aufgaben sehen Sie als Kurdirektorin auf sich zukommen?


Grundsätzlich sind meine Aufgaben die verlässliche Führung der Gesellschaft, das Begleiten des Teams bei der Arbeit, die Koordination der touristischen und kulturellen Aufgaben und die Entwicklung von Marketingstrategien. Eine wichtige Aufgabe ist der Gästeservice und -betreuung sowie die Stärkung der Positionierung des Staatsbades. Im Gesundheitstourismus möchte ich an der Schärfung der Angebote in Richtung „Zeit & Auszeit“ und „Erholung & Entschleunigung“ arbeiten. Ein Thema hier ist beispielsweise die Inszenierung der natürlichen Heilmittel. Bereits vor meinem Amtsantritt wurde dieses Thema mit den Gesellschaftern und im Stadtrat besprochen und ich möchte dies gemeinsam mit der Gesundheitslotsin und dem gesamten Team der Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH umsetzen.

Welche konkreten Projekte stehen bei Ihnen als nächstes auf der Agenda?

Nach der Namensgebung und der neuen Optik der Staatsbad Philharmonie Kissingen sowie der Positionierung der Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH als attraktiver Arbeitsgeber stehen als nächstes die neue Show des Multimedia-Brunnens sowie Neuausrichtung der summertime auf dem Plan. Weitere Projekte werde ich priorisieren, wenn ich mich noch intensiver mit allen Themen auseinandersetzen konnte.

Was wünschen Sie sich für die kommende Zeit?

Ich wünsche mir, dass ich bei allen Erwartungen und Wünschen, die an mich gerichtet sind, noch genügend Raum habe, meine eigenen Ideen umsetzen und weiterentwickeln zu können. Außerdem wünsche ich mir, den begeisterten und jungfräulichen Blick auf Bad Kissingen und dessen Angebote beizubehalten.

Vielen Dank für das Interview, Frau Thormann!

Das Interview führte Ines Hartmann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH.

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